March 2010

Ab in den Süden

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Tucane im Amikuu-Park

Am 20. März verließen wir die Stadt Oaxaca mit dem Ziel Tehuantepec, wo wir unsere nächste Nacht verbringen sollten. Unterwegs gab es einiges zu sehen. So durften wir in Santa Maria del Tule den dicksten und womöglich ältesten lebenden Baum der Welt bewundern, wo uns ein niedlicher neunjähriger Touristenführer im ungeheuer dicken Stamm des Baumes diverse natürlich gewachsene Figuren zeigte.

In Teotitlan del Valle besuchten wir eine traditionelle Zapoteken-Familie die in mühsamer Handarbeit Teppiche webt. Sogar das Färben der Wolle nach jahrhunderte altem Rezept und mit rein natürlichen Mitteln wurde uns aus erster Hand gezeigt. Anschließend stand in selbiger Gegend auch der Besuch einer privaten Mezkaldistillerie auf dem Programm inklusive Verkostung diverser Mezkalschnäpse und -liköre. 


Die weitere Reise führte uns zu den Ruinen einer alten Zapoteken-Stadt in Mitla. Trotz der relativ geringen Größe der Ruinen beeindruckten sie mit aufwendig gestalteten Fresken und verschiedenen Räumlichkeiten für den einstigen Adel des Volkes der Zapoteken. Am Abend erreichten wir schließlich Tehuantepec, wo wir lediglich die Nacht vor der langen Weiterfahrt nach San Cristóbal verbrachten.

Ebendiese Fahrt führte uns in den südlichsten Bundesstaat Mexikos, nach Chiapas, auf über 2000m Höhe. Bevor wir im Hotel eintrafen, besuchten wir die beiden Städtchen San Juan Chamula und Zinacantan, wo noch Nachfahren der Ureinwohner Mexikos in einer Mischung aus Christentum und ihrem eigenen Glauben leben. In den beiden Dorfkirchen konnten wir uns davon jeweils ein Bild machen.

Den 22. März verbrachten wir zunächst mit einer Führung durch das von vielen als schönste Stadt Mexikos bezeichnete San Cristóbal. Seine Kirche Santo Domingo beeindruckte ebenso wie sein einheimischer Markt, wo ich zum ersten Mal im Leben geröstete Insekten und andere Leckereien probieren durfte. Die Stadt ist ebenfalls für die reichen Bernsteinvorkommen der Gegend bekannt, so gab es in einem Bernsteinmuseum neben spektakulären im Stein eingeschlossenen Insekten auch den mit 10kg größten Rohbernstein der Welt zu bewundern.

Nachmittags stand mit der Sumidero-Schlucht wieder ein absolutes Highlight auf dem Programm. Bei der Fahrt zwischen den zum Teil 1000m hohen Felswänden der Schlucht konnten wir neben der atemberaubenden Natur auch interessante Tiere wie Krokodile oder Geier bewundern. Nach dem Durchfahren der Schlucht gelangten wir an eine Art Freizeitpark, der einen netten kleinen Zoo enthielt, wo wir sogar eine Schlange in die Hand nehmen konnten und viele exotische Tiere wie Papageie und Tucans aus nächster Nähe erleben durften. Als krönender Abschluss des Ausflugs bestritten wir den Rückweg durch den Park über eine aufregende Seilrutsche bevor wir die Rückfahrt durch die Schlucht antraten.

Weiter gings von den 2000m von San Cristóbal hinunter in den Dschungel der Yucatan-Halbinsel, doch mehr dazu im nächsten Post.

Mexiko, die Erste

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Niedliche Jungfrau von Guadalupe

Muchos Saludos aus dem schönen Mexiko!
Nachdem ich die (hoffentlich) letzten Prüfungen meines Lebens hinter mir habe und vor der Diplomarbeit stehe, dachte ich mir es wird Zeit für einen schönen langen Urlaub mit meiner Liebsten in ihrem Heimatland des Tequilas, der Hängematten und Sombreros. Nach einem nicht enden wollenden und mit Aufenthalt in Madrid ca. 17stündigen Flug nach Mexico City und einem Tag Ausspannen und Nichtstun ging das kulturelle Programm auch schon so langsam los. 


Zunächst stand die Erkundung der Innenstadt der unvorsstellbar großen Metropole Mexico City auf dem Programm. Da die über die Stadt verstreuten Sehenswürdigkeiten unmöglich zu Fuß zu bewältigen sind und unsere Zeit eher knapp bemessen war, nahmen wir zuerst den Touristenbus am "Auditorio National", dem großen Konzertsaal der Stadt. Er führte uns vorbei an verschiedenen Denkmälern und Gebäuden, u.a. für Christopher Kolumbus oder den letzten Aztekenkönig, und auch vorbei an Mexikos Engel der Unabhängigkeit, der der Siegessäule Berlin und dem Friedensengel in München verblüffend ähnlich sieht. Die Fahrt im oben offenen Doppeldeckerbus ging größtenteils die schöne, nach Vorbild von Prachtstraßen wie dem Champs-Élysées gebauten, Paseo de la Reforma entlang. 


Auf halben weg der Citytour stiegen wir dann im historischen Zentrum der Stadt, an ihrem zentralen Platz, dem Zócalo, aus. Dort gibt es nicht nur den imposanten Nationalpalast mit beeindruckenden Gemälden von Frida Kahlos Mann, Diego Rivera, in seinem Inneren zu sehen, sondern auch die (besonders innen) wundereschöne Kathedrale der Stadt. Nach einem Essen im Sanborns, einer interessanten Mischung aus Restaurant und Geschäft, im Innenhof eines alten, mit blauen Kacheln dekorierten Gebäudes gelegen, gingen wir zu Fuß weiter zu einem ehemals höchsten Gebäude Lateinamerikas, dem "Torre Latinoamericana". Vom 43, Stockwerk dieses 183 Meter hohen Bauwerks hat man einen wunderbaren Rundumblick über das gesamte (ersichtliche) Stadtgebiet. Die Ausmaße der gigantischen Metropole erstrecken sich hierbei noch weiter als man mit bloßem Auge erkennen kann, noch über die die Stadt umgebenden Berge hinaus. 


Nach einem Abstecher vor den architektonisch beeindruckenden Palast der Schönen Künste, bestiegen wir wieder den Touribus um uns auf der restlichen Route noch einige ehemals sehr exklusive Stadtteile und die verschiedenen Bereiche des Parks von Chapultepec anzusehen. In eben diesem Park besichtigten wir die nächsten beiden Tage das hervorragende anthropologische Nationalmuseum, das unterhaltsame Kindermuseum und das Planetarium des technischen Museums. Es blieb uns noch ein Tag des gemütlichen Ausspannens bevor die große Rundreise beginnen sollte. 


Eben diese Reise führt uns am Morgen des 18. März zunächst in die skurille Kirche des kleinen Ortes Tonanzintla und anschließend in Mexikos viertgrößte Stadt Puebla. Dort besichtigten wir das historische Zentrum der Stadt mit seiner wunderbaren Kathedrale, der Rosario-Kapelle und dem Parián-Markt. Nach einem hervorragenden Essen ging es dann aber auch schon weiter zum eigentlichen Tagesziel, Oaxaca de Juárez, wo wir uns für zwei Nächte in ein schönes Hotel einquartierten und müde ins Bett fielen.


Der Morgen des zweiten Tages gehörte dem archeologischen Weltkulturerbe "Monte Albán", der Hauptstadt des ehemaligen mexikanischen Urvolkes der Zapoteken.Nach einer zwar langen aber interessanten Führung über das weitläufige Gelände der Ruinen, machten wir uns auf den weg in die historische Altstadt von Oaxaca de Juárez, wo wir die berühmte Kirche Santo Domingo de Guzmán und die Kathedrale der Stadt besichtigten. Auf dem quirligen Markt Benito Juárez tranken wir leckere Säfte aus exotischen Früchten und ich durfte zum ersten Mal geröstete Insekten probieren. Der besuch einer Schokoladenmanufaktur - die Region ist berühmt für ihren Kakaoanbau - bildete einen weiteren kulinarischen Höhepunkt und nach einem leckeren Essen war für den restlichen Abend erst einmal ein wenig Schwimmen im Pool und das Verfassen dieses Textes hier angesagt.


Morgen geht es dann weiter Richtung Teotihuacan an der Pazifikküste mit einigen beeindruckenden Zwischenstationen. Man darf also gespannt sein was uns in diesem facettenreichen Land noch erwarten wird.