Reisen
Immer wieder Kirchen und Pyramiden
Submitted by hurz on 8. May 2010 - 15:05Nun sind schon wieder drei Wochen vergangen und ich bin immer noch das Ende der Reise schuldig ...
Man könnte meinen, dass wir bereits mehr als genug Ruinen und Kirchen gesehen haben müssen. Je ein Exemplar der genannten standen allerdings noch aus ... und nicht minder beeindruckend als die bisher gesehenen.

Im Norden der Hauptstadt findet sich "Villa de Guadalupe". Der Vorort mit seinen sieben Kirchen auf einem Berg ist mit 20 Mio. (!) Pilgern pro Jahr der meistbesuchte Wallfahrtsort der Welt, noch vor dem Vatikan und Mekka. Neben der kleinen Kapelle ganz oben auf dem Hügel, wo der Legende nach dem Indio Juan Diego die Jungfrau erschienen ist, finden sich am Fuß des Hügels sechs weitere Kirchen, am beeindruckendsten davon die beiden Basilikas der Jungfrau von Guadalupe. Weil die ältere Basilika auf dem sumpfigen Untergrund der Stadt langsam sank und sich bei einem Erdbeben in den Sechziger Jahren in zwei Teile spaltete, wurde 1974 eine neuere, moderne Basilika errichtet, die mit ihrer runden Konstruktion und dem zeltähnlichen Dach zu beeindrucken weiß.

Wir fuhren anschließend weiter zu den ältesten und wohl spektakulärsten Ruinen in der Nähe der Stadt. Die Pyramiden und Tempel in Teotihuacan, wo bereits vor der christlichen Zeitrechnung Menschen lebten, beeindrucken v.a. durch ihre schiere Größe. Die mächtige Sonnenpyramide, die drittgrößte Pyramide der Welt, ragt imponierend aus der trockenen und flachen Umgebung hervor und hat uns für ihre Besteigung in den heißen Temperaturen viel Anstrengung und Schweiß gekostet. Am anderen Ende einer langen von Ruinen gesäumten Straße findet sich die kleinere, aber ebenso hübsche Mondpyramide.

Neben der Besichtigung der Ruinen konnten wir auch noch eine Manufaktur für Figuren aus Obsidian besuchen und außerdem zusehen wie eine einzelne Agave für viele nützliche Dinge neben der Herstellung von Meskal dient, wie Papier aus ihren Blättern oder Nadel und Faden aus den Stacheln und Fasern. Alles in Allem ein äußerst gelungener Abschluss unseres kulturellen Programms. Doch eine typisch mexikanische Veranstaltung und ein einzigartiges Konzert sollten noch folgen.

Bei dem Konzert handelte es sich um die weltberühmte, mexikanische Ranchera-Legende Vicente Fernandez. Wir hatten Karten für ein Konzert in einem sog. "Palenque", einer Arena die eigentlich einer anderen, blutigen mexikanischen Tradition dient: Dem Hahnenkampf. Doch gerade durch die kleine Größe der "Bühne" konnten wir den Sänger sehr nahe und inmitten ca. 8000 mitsingender, angetrunkener Mexikaner genießen. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis.
Vor unserer Abreise nach Deutschland blieb schließlich nur noch eines zu tun:
Bei einem richtigen Rodeo die Tanzschuhe schwingen. Neben dem Tanzen zu verschiedensten Rodeo-Hits konnten wir außerdem einem echten Rodeo beiwohnen, bei dem Cowboys als verschiedenen Ländern der Welt ihr Können auf dem Rücken wilder Rinder bewiesen. Wir selbst beschränkten uns aber anschließend auf einen elektronischen Bullen. Ein gelungener Abschluss einer wunderbaren Reise. Mexiko, ich werde dich vermissen ...
Wieder im Zentrum des Landes
Submitted by hurz on 15. April 2010 - 20:33Nachdem ich zwar mitlerweile wieder im kühlen München angekommen bin will ich aber trotzdem nochmal über den letzten Teil der Reise berichten, denn in und um die Millionenmetropole Mexiko Stadt gab es noch einiges zu sehen.
Wir entschieden uns diesmal den Süden der Stadt anzusehen. Vorbei am World Trade Center, der Stierkampfarena und dem Riesigen Universitätscampus der UNAM, einer der größten Universitäten der Welt, ging es zur berühmten Case Azul, dem ehemaligen Wohnhaus von Frida Kahlo und Diego Rivera, heute Heimat des Museums zu Ehren der Künstlerin. Den Abschluss der kurzen Tour bildete das hübsche Stadtviertel Coyoacán mit seinem Platz Hidalgo und dem Haus in dem Frida Kahlos Geliebter und marxistischer Revolutionär Leo Trotzki ermordet wurde.

Nach einer kleinen Geburtstagsfeier ging es am ersten April für drei Tage in den Bundesstaat Michoacán. Hier besichtigten wir die Gegend, wo 1943 der Vulkan Paricutín geboren wurde. In den folgenden Jahren begruben die Ascheregen und Lavaströme des wachsenden Vulkans das Dorf Paricutín, nach dam er benannt wurde, und das Dorf San Juan Parangaricutiro, von dem heute nur noch die Kirche aus der erstarrten Lava herausragt:

Desweiteren besuchten wir den Nationalpark von Uruapan die Wasserfälle Tzararacua, wo ich per Seilrutsche den kurzen Weg nach unten nahm. Am Abend stand noch einem Besuch im Ostermarkt von Uruapan statt, den wir zum Kauf der letzten Souvenirs bei einigen der unzähligen Händler nutzten, die ihre handgefertigten Waren aller Art anboten. Die meisten Bilder der Rubrik "Buntes Mexiko" sind auf diesem Markt entstanden und geben ein wenig die ungeheure Farbenvielfalt der Handwerkskunst Mexikos wieder.

Nach der Heimfahrt in die Hauptstadt, konnten wir am 4. dieses Monats einem besonderen Spektakel an der Burg von Chapultepec beiwohnen, einem mexikanischen Folkloreabend mit Musik und Tänzen aus verschiedenen Regionen des Landes. Die Farbenvielfalt der Tracht und die Mariachimusik sorgten für einen unvergesslichen Abend.
In der letzten Woche unsere Reise sollten noch eine beeindruckende Sehenswürdigkeit und ein typisch mexikanischer Zeitvertreib auf dem Programm stehen, doch dazu bald mehr ...
Postkartenmotive ohne Ende
Submitted by hurz on 8. April 2010 - 4:47Der 26. Maerz war angebrochen und stellte auch den letzten (kulturellen) Tag der Rundreise dar. Wir fuhren zu den Ruinen Chichen Itza, die allerdings wegen ihrer Naehe zum touristischen Cancun wesentlich staerker besucht waren. Dies tut dem Charme dieser am besten restaurierten aller Maya-Ruinen allerdings keinen Abbruch. Gleich nach dem betreten des Gelaendes steht man vor dem atemberaubenden Tempel des Kukulkan, oft als "El Castillo" - das Schloss - bezeichnet.

Diese neunstufige Pyramide, leider nur an zwei seiten vollstaendig restauriert, stellt nicht nur das Highlicht der Ruinen dar, sie wird sogar als Kulisse fuer grosse Open-Air-Konzerte benutzt. Doch auch die anderen zeremoniellen Staetten dieses Ortes hatten einiges zu bieten. So z.B. der mit 180m Laenge groesste Pelota-Spielsplatz aller Ruinen Mexikos. Auch die Halle der 1000 Saeulen oder die Ruine eines Observatoriums bieten eine Ahnung von der beeindruckenden Architektur der Mayas an diesem Ort, definitiv einem erneuten Hoehepunkt der Reise.
Das vorlaeufige Ende der Reise sollten zwei Tage im, vor Allem von US-Studenten bevorzugten, Badeort Cancun sein. Da uns aber nach der kulturlastigen Reise nicht so recht nach Feiern mit betrunkenen Amis zu Mute war, beschlossen wir einer weiteren Maya-Ruine in spezieller Lage einen besuch abzustatten. Als eine von den Maya sehr spaet erbaute Stadt bietet Tulum keine allzu beeindruckende Architektur, dafuer eine sehr zu beneidende Lage direkt am tuerkisfarbenen Meer mit aussichten die man sonst nur auf Postkarten findet:

Doch das allzu einladende Meer sollten wir noch auf eine andere Weise kennen lernen. Bei einem Besuch auf der Insel der Frauen vor Cancun, Isla Mujeres, entschieden wir uns fuer einen Schnorcheltrip mit einem kleinem einheimischen Fischerboot. Wir konnten das Wasser und seine bunte Fischpopulation also aus erster Hand erfahren und mir bot sich sogar die Gelgenheit einen Hai, leider in einem Gehege, zu streicheln. Am Abend des 28. Maerz ging es dann leider auch schon wieder per Flugzeug zurueck nach Mexiko Stadt, doch in den folgenden Tagen hatten wir noch so einiges in der und um die Hauptstadt vor, mehr dazu in Kuerze!
Dschungel und Ruinen
Submitted by hurz on 1. April 2010 - 17:49Am 23. Maerz ging die Reise weiter aus den Bergen Chiapas hinunter in den Dschungel der Yucatan-Halbinsel, zur naechsten grossen Station, Palenque.
Unterwegs gab es zwei schoene Wasserfaelle zu sehen. Zum Einen die Agua Azul, eine Kaskade mehrerer kleiner Wasserfaelle die mit wirklich beeindruckenden Farben aufwarteten. Zum Anderen Misol-Ha, ein einzelner schmaler Wasserfall inmitten einer dichten Dschungelvegetation. Bei ersterem liessen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, in dessen sehr einladenden Wasserbecken zu baden. Bei letzterem fuehrte uns ein Pfad hinter den Wasserfall und bescherte uns einzigartige Aussichten.

Nach einer Uebernachtung in dem unspektakulaeren Staedtchen Palenque besuchten wir die umso beeindruckenderen Maya-Ruinen bei Palenque. Mitten im Dschungel gelegen bieten sie einen sehr reizvollen Kontrast zwischen dem vielen tropischen Gruen und den uralten Steinbauten sowie zahllose Postkartenmotive. Steigt man die Stufen auf die hoechste Ruine der alten Maya-Stadt hinauf, den Kreuztempel, wird man mit einem atemberaubenden Blick ueber die meisten der Ruinen und den sie umgebenden Schungel belohnt.

Der folgende Nachmittag war durch die lange Busfahrt in die Stadt Campeche an der Golfkueste gepraegt, wo wir lediglich die Nacht verbringen sollten als Zwischenstopp auf dem Weg in den eigentlichen Bundesstaat Yucatan. So erreichten wir am Vormittag des 25. die naechsten spektakulaeren Maya-Ruinen, Uxmal. Bei quaelenden 38 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit erkundeten wir die weitlaeufigen Anlagen der praehispanischen Stadt, die wie jede der besuchten Ruinen wieder eine etwas andere interessante Architektur aufweist.

Die Ruinen sind hervorragend restauriert und die vielen Raeume bietet einen Eindruck wie das Leben hier vor tausend Jahren ausgesehen haben koennte. Ein wirklich lohnenswerter Stopp auf dem Weg nach Merida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan. Die schoene Kathedrale am Zocalo, die aelteste Nordamerikas, aus Steinen zerstoerter Maya-Tempel errichtet, ist eine Augenweide und stellt wie auch das Rathaus und viele andere Gebaeude in den Strassen Meridas ein Musterbeispiel spanischer Kolonialarchitektur dar.

Nach letzten Besorgungen fuer die lieben zuhause verbrachten wir hier die Nacht bevor es am naechsten Tag zu den wohl bekanntesten und meist besuchten Maya-Ruinen des Landes gehen sollte: Chichen Itza!
Ab in den Süden
Submitted by hurz on 28. March 2010 - 5:56Am 20. März verließen wir die Stadt Oaxaca mit dem Ziel Tehuantepec, wo wir unsere nächste Nacht verbringen sollten. Unterwegs gab es einiges zu sehen. So durften wir in Santa Maria del Tule den dicksten und womöglich ältesten lebenden Baum der Welt bewundern, wo uns ein niedlicher neunjähriger Touristenführer im ungeheuer dicken Stamm des Baumes diverse natürlich gewachsene Figuren zeigte.

In Teotitlan del Valle besuchten wir eine traditionelle Zapoteken-Familie die in mühsamer Handarbeit Teppiche webt. Sogar das Färben der Wolle nach jahrhunderte altem Rezept und mit rein natürlichen Mitteln wurde uns aus erster Hand gezeigt. Anschließend stand in selbiger Gegend auch der Besuch einer privaten Mezkaldistillerie auf dem Programm inklusive Verkostung diverser Mezkalschnäpse und -liköre.


Die weitere Reise führte uns zu den Ruinen einer alten Zapoteken-Stadt in Mitla. Trotz der relativ geringen Größe der Ruinen beeindruckten sie mit aufwendig gestalteten Fresken und verschiedenen Räumlichkeiten für den einstigen Adel des Volkes der Zapoteken. Am Abend erreichten wir schließlich Tehuantepec, wo wir lediglich die Nacht vor der langen Weiterfahrt nach San Cristóbal verbrachten.

Ebendiese Fahrt führte uns in den südlichsten Bundesstaat Mexikos, nach Chiapas, auf über 2000m Höhe. Bevor wir im Hotel eintrafen, besuchten wir die beiden Städtchen San Juan Chamula und Zinacantan, wo noch Nachfahren der Ureinwohner Mexikos in einer Mischung aus Christentum und ihrem eigenen Glauben leben. In den beiden Dorfkirchen konnten wir uns davon jeweils ein Bild machen.
Den 22. März verbrachten wir zunächst mit einer Führung durch das von vielen als schönste Stadt Mexikos bezeichnete San Cristóbal. Seine Kirche Santo Domingo beeindruckte ebenso wie sein einheimischer Markt, wo ich zum ersten Mal im Leben geröstete Insekten und andere Leckereien probieren durfte. Die Stadt ist ebenfalls für die reichen Bernsteinvorkommen der Gegend bekannt, so gab es in einem Bernsteinmuseum neben spektakulären im Stein eingeschlossenen Insekten auch den mit 10kg größten Rohbernstein der Welt zu bewundern.

Nachmittags stand mit der Sumidero-Schlucht wieder ein absolutes Highlight auf dem Programm. Bei der Fahrt zwischen den zum Teil 1000m hohen Felswänden der Schlucht konnten wir neben der atemberaubenden Natur auch interessante Tiere wie Krokodile oder Geier bewundern. Nach dem Durchfahren der Schlucht gelangten wir an eine Art Freizeitpark, der einen netten kleinen Zoo enthielt, wo wir sogar eine Schlange in die Hand nehmen konnten und viele exotische Tiere wie Papageie und Tucans aus nächster Nähe erleben durften. Als krönender Abschluss des Ausflugs bestritten wir den Rückweg durch den Park über eine aufregende Seilrutsche bevor wir die Rückfahrt durch die Schlucht antraten.

Weiter gings von den 2000m von San Cristóbal hinunter in den Dschungel der Yucatan-Halbinsel, doch mehr dazu im nächsten Post.
Mexiko, die Erste
Submitted by hurz on 19. March 2010 - 6:06Muchos Saludos aus dem schönen Mexiko!
Nachdem ich die (hoffentlich) letzten Prüfungen meines Lebens hinter mir habe und vor der Diplomarbeit stehe, dachte ich mir es wird Zeit für einen schönen langen Urlaub mit meiner Liebsten in ihrem Heimatland des Tequilas, der Hängematten und Sombreros. Nach einem nicht enden wollenden und mit Aufenthalt in Madrid ca. 17stündigen Flug nach Mexico City und einem Tag Ausspannen und Nichtstun ging das kulturelle Programm auch schon so langsam los.

Zunächst stand die Erkundung der Innenstadt der unvorsstellbar großen Metropole Mexico City auf dem Programm. Da die über die Stadt verstreuten Sehenswürdigkeiten unmöglich zu Fuß zu bewältigen sind und unsere Zeit eher knapp bemessen war, nahmen wir zuerst den Touristenbus am "Auditorio National", dem großen Konzertsaal der Stadt. Er führte uns vorbei an verschiedenen Denkmälern und Gebäuden, u.a. für Christopher Kolumbus oder den letzten Aztekenkönig, und auch vorbei an Mexikos Engel der Unabhängigkeit, der der Siegessäule Berlin und dem Friedensengel in München verblüffend ähnlich sieht. Die Fahrt im oben offenen Doppeldeckerbus ging größtenteils die schöne, nach Vorbild von Prachtstraßen wie dem Champs-Élysées gebauten, Paseo de la Reforma entlang.

Auf halben weg der Citytour stiegen wir dann im historischen Zentrum der Stadt, an ihrem zentralen Platz, dem Zócalo, aus. Dort gibt es nicht nur den imposanten Nationalpalast mit beeindruckenden Gemälden von Frida Kahlos Mann, Diego Rivera, in seinem Inneren zu sehen, sondern auch die (besonders innen) wundereschöne Kathedrale der Stadt. Nach einem Essen im Sanborns, einer interessanten Mischung aus Restaurant und Geschäft, im Innenhof eines alten, mit blauen Kacheln dekorierten Gebäudes gelegen, gingen wir zu Fuß weiter zu einem ehemals höchsten Gebäude Lateinamerikas, dem "Torre Latinoamericana". Vom 43, Stockwerk dieses 183 Meter hohen Bauwerks hat man einen wunderbaren Rundumblick über das gesamte (ersichtliche) Stadtgebiet. Die Ausmaße der gigantischen Metropole erstrecken sich hierbei noch weiter als man mit bloßem Auge erkennen kann, noch über die die Stadt umgebenden Berge hinaus.

Nach einem Abstecher vor den architektonisch beeindruckenden Palast der Schönen Künste, bestiegen wir wieder den Touribus um uns auf der restlichen Route noch einige ehemals sehr exklusive Stadtteile und die verschiedenen Bereiche des Parks von Chapultepec anzusehen. In eben diesem Park besichtigten wir die nächsten beiden Tage das hervorragende anthropologische Nationalmuseum, das unterhaltsame Kindermuseum und das Planetarium des technischen Museums. Es blieb uns noch ein Tag des gemütlichen Ausspannens bevor die große Rundreise beginnen sollte.

Eben diese Reise führt uns am Morgen des 18. März zunächst in die skurille Kirche des kleinen Ortes Tonanzintla und anschließend in Mexikos viertgrößte Stadt Puebla. Dort besichtigten wir das historische Zentrum der Stadt mit seiner wunderbaren Kathedrale, der Rosario-Kapelle und dem Parián-Markt. Nach einem hervorragenden Essen ging es dann aber auch schon weiter zum eigentlichen Tagesziel, Oaxaca de Juárez, wo wir uns für zwei Nächte in ein schönes Hotel einquartierten und müde ins Bett fielen.

Der Morgen des zweiten Tages gehörte dem archeologischen Weltkulturerbe "Monte Albán", der Hauptstadt des ehemaligen mexikanischen Urvolkes der Zapoteken.Nach einer zwar langen aber interessanten Führung über das weitläufige Gelände der Ruinen, machten wir uns auf den weg in die historische Altstadt von Oaxaca de Juárez, wo wir die berühmte Kirche Santo Domingo de Guzmán und die Kathedrale der Stadt besichtigten. Auf dem quirligen Markt Benito Juárez tranken wir leckere Säfte aus exotischen Früchten und ich durfte zum ersten Mal geröstete Insekten probieren. Der besuch einer Schokoladenmanufaktur - die Region ist berühmt für ihren Kakaoanbau - bildete einen weiteren kulinarischen Höhepunkt und nach einem leckeren Essen war für den restlichen Abend erst einmal ein wenig Schwimmen im Pool und das Verfassen dieses Textes hier angesagt.

Morgen geht es dann weiter Richtung Teotihuacan an der Pazifikküste mit einigen beeindruckenden Zwischenstationen. Man darf also gespannt sein was uns in diesem facettenreichen Land noch erwarten wird.
Mit dem Auto durch Rumänien
Submitted by hurz on 18. October 2009 - 22:03Jetzt ist schon wieder so viel Zeit vergangen und ich habe meinen Blog wegen Umzugsstress, Arbeit usw. wieder mal sehr vernachlässigt.
Nun, dafür steht jetzt ein längerer Eintrag an, mit dem ich ein wenig über die tolle Rumänienreise und was sonst so vorgefallen ist, schreiben will. Tasse Kaffee zur Hand? Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt …
Was ist seit dem letzten Eintrag passiert? Noch eine Hochzeit! Dieses Mal fand sie allerdings in der rumänischen Stadt Zalau statt. Und wenn man schon 1000km fährt, noch dazu in sein Heimatland, kann man doch gleich noch eine kleine Rundreise dranhängen. Darum ging es nach den feucht-fröhlichen Hochzeitsfeierlichkeiten für ca. zehn Tage durch das Herz Rumäniens: Transsilvanien.
Die, vielen nur aus Vampirgeschichten bekannte, Gegend hat allerdings wesentlich mehr zu bieten als nur das „Dracula-Schloss“, allem voran natürlich die wunderschönen Karpaten.
Zunächst fuhren wir ins nahe gelegene Cluj-Napoca, die zweitgrößte Stadt des Landes und außerhalb Rumäniens v.a. durch das Nokia-Werk bekannt geworden, das wegen der Schließung des Werks in Bochum unter großem Protest seitens Deutschland nahe der Stadt gebaut wurde.
Cluj selbst ist eher unspektakulär und wirkte wegen der fehlenden Studenten fast wie ausgestorben. Diese machen nämlich fast ein Drittel der Bevölkerung dieser Universitätsstadt aus und hatten noch Semesterferien.
Die Stadt besitzt allerdings einen durchaus sehenswerten botanischen Garten und interessante mittelalterliche Architektur und Kirchen. Nach einem kurzen Aufenthalt machten wir uns aber auf den Weg in die Berge richtung Bukowina, einer Gegend die für ihre schöne Landschaft und ihre weltberühmten Klöster bekannt ist.
Der Gegend, die sich auch bis in die benachbarte Ukraine erstreckt, merkt man den etwas höheren Wohlstand, durch Tourismus und ins Heimatland zurückkehrende Rumänen aus ganz Europa, an.
Doch wir waren wegen der Hauptattraktion gekommen: An den Außenwänden mit einzigartigen Farben bemalte, wunderschöne Klöster. Wir besichtigten vier von ihnen und alle unterschieden sich etwas in Architektur, Motiven und Farbgebung.
Anschließend führte uns die Reise weiter durch die Ostkarpaten richtung Süden. Auf dem langen Weg nach Sighişoara überquerten wir den Bicaz-Pass und machten am Lacu Roşu (Mördersee) halt, einem See der durch die Überschwemmung eines Tals voller Bäume entstanden ist. Die Besonderheit: Der hohe Eisenoxidgehalt des Wassers hat die versunkenen Stämme konserviert und dem Wasser eine leicht rötliche Farbe verliehen.
Am Abend erreichten wir schließlich Sighişoara (Schäßburg), die angebliche Geburtsstadt von Vlad Ţepeş, besser bekannt als Vlad der Pfähler, oder „Dracula“. Die Altstadt, die als Ganzes 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde, bietet reichlich Türme und Kirchen zu besichtigen. Leider waren überall Renovierungsarbeiten in Gange, was den positiven Eindruck ein wenig trübte aber auch durchaus lobenswert ist.
Zur nächsten Station auf der Reise ging es erstmal vorbei an Braşov (Kronstadt) und Bran in den kleinen Ort Peştera, der am Ende einer abenteuerlichen Straße auf der Spitze eines Berges lag. Hier erkundete ich eine nahe gelegene Höhle und wir genossen das gute Essen und die einzigartige Aussicht der Pension. Ach ja, diese Aussicht meine ich:
Das nächste Highlight folgte sogleich mit einem Tagesausflug nach Braşov, Raşnov und Bran. In Braşov, am Fuße der Karpaten auf einer Hochebene gelegen und eine der größten Städte Rumäniens, fuhren wir mit der Seilbahn auf den Hausberg Tampa und trödelten ein wenig in der schönen Altstadt herum. Sie hat unter anderem die berühmte „Schwarze Kirche“ und weitere Gebäude, zum Teil aus dem 13. Jhd., zu bieten.
In Bran gibt es nur eines zu sehen, allerdings für viele Touristen eine Hauptattraktion einer Rumänienreise: Die Törzburg. Obwohl Vlad Ţepeş hier nie gewohnt hat gilt sie, auf Grund der großen Ähnlichkeit zum Schloss in Bram Stokers Roman, heute als das „Draculaschloss“. Das Schlösschen aus dem 14. Jhd., das heute wieder in Privatbesitz ist, gruselt die Besucher allerdings nicht besonders. Es wirkt durch die charmanten Räume und alten Möbel sogar sehr wohnlich.
In der bergigen Region der südöstlichen Karpaten kann man auch wunderbar wandern. Am Folgetag fuhren wir mit der Seilbahn auf das Bucegi-Gebirge und erkundeten die umliegenden Gipfel, wie den Caraiman, dessen imposantes Kreuz selbst aus dem Tal deutlich zu sehen ist.
Zudem gab es seltsame Steinformationen wie die „Sphinx“ zu sehen, einen großen Felsen, der vom Wind wie ein Gesicht geformt wurde. Nachmittags zog allerdings ein starker Sturm auf, der uns zwang länger als geplant auf dem Berg zu bleiben, da die Seilbahn stoppen musste.
Als eine der letzten Stationen der Reise, führte uns der nächste Tag ins nahe gelegene Sibiu (Hermannstadt), der europäischen Kulturhauptstadt 2007. Dieser Titel sorgte natürlich für viele Restaurationen in der von deutschen Aussiedlern im 12. Jhd. gegründeten Stadt. Neben der wirklich schönen Altstadt besichtigten wir Brukenthal-Museum, die Stadtpfarrkirche und einen Zigeunermarkt. Aus der Spitze des Kirchturms hat man einen freien Rundumblick über die gesamte Stadt:
Den Abschluss unserer rund zweiwöchigen Rumänienreise bildete ein kurzer Aufenthalt in meiner Geburtsstadt Timişoara. Fünf Jahre waren schon wieder seit meinem letzten Besuch vergangen und wie im ganzen Land geht es auch in dieser Stadt langsam aufwärts. Zahllose Einkaufszentren trotz vergleichbar hohem Preisniveau zeugen von einer steigenden Kaufkraft in dem, nach europäischen Maßstäben, recht armen Land. Nach reichlich gutem Essen und Schnaps bei Freunden mussten wir aber auch bald wieder Abschied nehmen und machten uns auf den Heimweg durch Ungarn und Österreich … mit ein paar kulinarischen Köstlichkeiten und günstigen Lederwaren im Gepäck.
Alles in allem eine sehr interessante Reise mit netten Sehenswürdigkeiten, atemberaubender Natur, leckerem Essen und … vielen schönen Erinnerungen.
Rumänien ist immer eine Reise wert!
Nachtrag: Ende der Reise - Vancouver Island und Kuba
Submitted by hurz on 26. October 2008 - 22:50Jetzt bin ich schon seit zwei Wochen wieder in München und finde jetzt erst die Zeit, über den letzten Teil meiner Kanada-Reise und den Abstecher zu meiner Schwester nach Kuba zu berichten. Kaffee zur Hand? Denn es folgt ein etwas länger Text ...
Eis, Wasser und goldene Bäume
Submitted by hurz on 29. September 2008 - 6:10Mitlerweile bin ich wieder in Vancouver angekommen, aber mit ein paar unvergesslichen Erinnerungen an die einzigartigen letzten Tage in den Rockies.
Von Jasper nach Lake Louise
Submitted by hurz on 25. September 2008 - 3:57Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer von einem Deutschen geführten Jugendherberge im kanadischen Nirgendwo bin ich schließlich in Jasper in den kanadischen Rocky Mountains angekommen. Die (wegen den Geschwindigkeitsbeschränkungen) zwangsweise gemütliche Fahrt bot unglaublich schöne Landschaften, die im Jasper Nationalpark dann ihren Höhepunkt erreichten.


















